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"Herr Präsident, sehr geehrter Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist richtig, zu versuchen, etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln zu tun. Lebensmittel sind ein hohes Gut, und wenn Lebensmittel verschwendet werden, dann ist das unglaublich teuer, denn wir verschwenden ja nicht nur ein konkretes Lebensmittel, sondern alles, was in den Anbau, in die Produktion dieses Lebensmittels gesteckt wurde: Boden, Wasser und natürlich Energie, Düngemittel, Spritzmittel etc. Es ist aber nicht nur teuer, sondern es ist entsprechend auch umweltschädlich. Denn es ist klimaschädlich, wenn wir viel mehr produzieren, als wir letztendlich selbst verbrauchen, weil wir einen großen Teil dieses Produzierten einfach wegwerfen. Und es ist natürlich in höchstem Maße ethisch bedenklich, vor allen Dingen vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Weltbevölkerung so stark wächst, die landwirtschaftlich nutzbare Fläche nun einmal nicht vermehrbar ist und wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir mit der vorhandenen Fläche die Welt und nicht nur uns selbst ernähren können. Das Problem, das wir aber haben, wenn wir uns mit dem Thema „Wie vermeiden wir Lebensmittelverschwendung?“ beschäftigen, ist, dass es ja international gar keine gültige Definition gibt – in Europa nicht, international offensichtlich auch nicht. Und solange es eine solche Definition nicht gibt, dürfte es sehr, sehr schwer sein, auszumachen, wieviel die Einzelnen in der Lebensmittelkette Anteil an dieser Lebensmittelverschwendung haben. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht den Verlust, der in der landwirtschaftlichen Produktion entsteht, mit Verschwendung verwechseln. Es gibt unvermeidbare Ernteverluste, und es gibt auch nahezu unvermeidbare Lagerverluste durch Insekten, durch Pilze. Das könnte man durch den Einsatz von Gentechnik sicherlich gut in den Griff bekommen. Aber das ist ja in Europa mehrheitlich auch nicht wirklich erwünscht. Und man kann natürlich auch in der Verarbeitung nicht 100 % eines Obststücks oder eines Gemüses verarbeiten. Auch da gibt es immer Abfälle, und das ist auch eher dem Verlust zuzurechnen als der Verschwendung. Klar ist aber: Der Hauptverursacher sind wir eigentlich selbst, wir Verbraucher. Ich zähle mich da mit dazu. Wir sind nicht sakrosankt und wir sind ja auch nicht immer die Opfer. Wir müssen uns darüber klar werden, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht bedeutet, dass ich das Lebensmittel wegwerfen muss. Dafür ist das Verbrauchsdatum da. Aber die Aufklärung darüber fehlt, und da sind unsere Mitgliedstaaten zu Hause gefordert. Aber wir müssen auch mal Aufklärung haben zu Hause in den Mitgliedstaaten über den Wert eines Lebensmittels an sich. Weil der Mensch so verstädtert ist heutzutage, auch in Europa, hat er überhaupt keinen Zugang mehr zum eigentlichen Wert des Lebensmittels. Essen ist wertvoll – das wissen viele Menschen auf der Welt, denen es schlecht geht. Aber wir haben es vergessen. Ich fordere die Mitgliedstaaten auf, da endlich aktiv zu werden und den Kindern wieder zu vermitteln, wie wertvoll Essen ist."@de2
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